Schützengesellschaft hat nichts gelernt

Der Stammtisch der Kronacher Piraten begrüßt die Tatsache, dass die Behindertenparkplätze am Kronacher Freischießen den Bedürftigen nun wieder kostenlos zur Verfügung stehen!

Das haben sie vor allem „Radio Eins“ zu verdanken, das die Kosten von 400 Euro als Sponsor übernimmt. Seitens der Schützengesellschaft gibt es weder ein Einlenken in der Sache noch eine Entschuldigung, sattdessen versucht man sich durch das Sponsoring aus der Verantwortung zu stehlen.

Schild eines Behindertenparkplatz für Schwerbehinderte mit
außergewöhnlicher Gehbehinderung und Blinde
Quelle: Wikimedia Commons
Author: 4028mdk09
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Interessant ist, dass mit 400 Euro der Betrag konkret genannt wurde mit dem anscheinend die Schützengesellschaft kalkuliert. Da das Sponsoring von „Radio Eins“ seit letzten Samstag gilt, wird also offensichtlich mit Einnahmen von ca. 50 Euro pro Tag gerechnet, für die kompletten 10 Tage Freischießen bedeutet das also einen kalkulierten Betrag von ungefähr 500 Euro.

Nun sind 500 Euro für den Einzelnen sicher eine Menge Geld, im Gesamtumsatz und der Kostenkalkulation eines Volksfestes mit erwarteten 300.000 Besucher aber doch eher die berühmten „Peanuts“. Leider sind keine Zahlen bekannt, wie hoch die Standgebühr auf der Hofwiese ist oder welchen Gesamtumsatz die Schützengesellschaft durch das Freischießen macht, aber es dürfte klar sein, dass 500 Euro gegenüber diesen Beträgen eher lächerlich sind. Die Schützengesellschaft ist also keinesfalls auf diesen Betrag angewiesen.

Bedenklich ist auch die mangelhafte Kommunikation: Weder „Radio Eins“ noch die Schützengesellschaft haben das Sponsoring bekannt gegeben, obwohl diverse Kommunikationskanäle (z.B. Webseiten, Facebook, Radio) zur Verfügung gestanden hätten. Erst die beiden Presseberichte am gestrigen Freitag bzw. deren Online-Versionen am vergangenen Donnerstag haben die Sache der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Worte des Bedauerns und eine Entschuldigung durch die Schützengesellschaft würden wir trotzdem gerne lesen, haben aber die Hoffnung auf ein Einsehen fast schon aufgegeben.Wir hoffen dennoch, dass aus dem Fehler gelernt wurde und in der Zukunft auf diese moralisch zweifelhafte Einnahmequelle verzichtet wird und in den kommenden Jahren alle Behindertenparkplätze auch ohne Sponsoring entweder kostenlos oder zumindest nicht teuerer als vergleichbare andere Parkplätze zur Verfügung stehen.

Update / Ergänzung am 21.08.2012:

Wenn man den Artikeln „Werden den Umsatz nicht ganz halten können“ (Neue Presse) und bzw. „Der Tag nach dem Kronacher Freischießen“ (Fränkischer Tag) glauben schenken darf, dann hat man anscheinend bei der Schützengesellschaft doch ein Einsehen und denkt zumindest darüber nach, die Parkgebühren im kommenden Jahr zu senken und möchte sogar mehr Behindertenparkplätze schaffen. Außerdem soll auf dem Festplatz endlich eine Behindertentoilette entstehen. Diese Entwicklung begrüßen wir ausdrücklich, aber wir erwarten, dass den Ankündigungen auch Taten folgen. Wir werden das nicht vergessen!

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